z'Bonndorf

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Reise im Jahre 1910 jetzt als PDF

Die wunderschöne Reisebeschreibung rund um Bad Boll und die Wutachschlucht aus dem Jahre 1910 wurde von I. A. R. Wylie geschrieben . Es ist ein kleiner Teil des Buches "Rambles in the Black Forest" und die schönste und älteste Erzählung über einen Bad Boll Besuch , die ich bisher gefunden .
Ich war so begeistert von der Geschichte und der schöne Sprache, dass ich sie sofort in deutsch übersetzt musste. Soviel ich weiß gibt es keine offizielle deutsche Version.
Ida Alexa Ross Wylie wurde am 16.März.1885 in Melbourne Australien geboren und war zur Zeit ihrer Reise im Jahre 1910 gerade 25 Jahre alt . Ab 1917 lebte sie in den USA und war über 30 Jahre lang eine sehr bekannte Schriftstellerin . Mehrere ihrer Bücher wurden in Hollywood ua. mit Katharine Hepburn verfilmt
... mehr siehe Rubrik Wylie1910f

Auf Nachfrage einer Leserin - Neu jetzt zum Nachlesen an einem Stück als pdf:
Rambles-in-the-Black-Forest-deutsch.pdf

2015-Feb-15 19:00


Bonndorf - wie es war..

Seit ein paar Tagen gibt es ein tolles neues Buch BONNDORF - wie es war und wie es sich verändert hat geschrieben von Ulrich Werner Schulze und Günter Hany

Das Buch ist eine wahre Fundgrube an alten Fotos und Postkarten, mit vielen spannenden Erzählungen und Berichten aus Bonndorfs Geschichte.
Den Lesern der Badischen Zeitung ist Ulrich Werner Schulze gut bekannt, dort gab es ein Artikelserie aus Bonndorfs Geschichte.

Ich kann mir gut vorstellen wie viele Monate oder sogar Jahre an Fleißarbeit in diesem Buch stecken, ganz zu schweigen von Organisation und Finanzierung dieses Projektes - Hut ab ! - ganz toll gemacht.

Das Buch kommt gerade recht zu Weihnachten - eine tolle Geschenkidee ! Es ist z.B. erhältlich bei Spachholz in Bonndorf zum Preis von 18€.

PS: Diese Woche kam eine Einladung von der Sparkasse zur offiziellen Buch-Vorstellung mit den Autoren in der Sparkasse beim Rathaus - für den 11.Dezember.2014 um 19:30 .

2014-Nov-29 19:00


Die Wutach - neues Buch

Es gibt ein wunderschönes neues Buch Die Wutach, Wilde Wasser -steile Schluchten Fast ein Lexikon, über 500 Seiten, etwa DIN-A4-Format und rund 2kg schwer. Zahlreiche Autoren haben dazu beigetragen, es gibt eine Fülle von hochwertigen Fotografien, Grafiken und für mich auch sehr interessant, alte Fotos und Postkarten. Da werden die kommenden langen Winterabende bestimmt nicht langweilig. Zur Übersicht die Kapitel:
Das Buch habe ich von meiner Frau geschenkt bekommen - bestimmt auch eine gute Geschenkidee für andere. Herausgeber sind "Regierungspräsidium Freiburg und Schwarzwaldverein" es kostet 35€ ( sehr günstig für diesen Umfang und die Qualität!). Thorbecke-Verlag "Die Wutach"

2014-Sep-28 19:00


Wie der Schwarzwald erfunden wurde.





Wie der Scharzwald erfunden wurde - das Buch zur 5-teiligen Fernsehreihe.
Wir freuen uns schon wieder auf heute Abend, wenn die nächste Folge der SWR-Dokureihe Schwarzwaldgeschichten kommt.  Was diese Reihe ganz besonders macht sind die Geschichten von und mit den Menschen von heute.
Wer wie wir alles ganz genau wissen will oder wer die Schwarzwaldgeschichten bisher verpasst hat,  kann sie in diesem wunderschönen Buch von Silvia Huth nachlesen.   ( 207 Seiten, Silberburgverlag 19,9o€).
Neben tollen  Fotos gibt es sehr viel Interessantes zu lesen -  auch die Schattenseiten, die schweren  Zeiten voller  Sorgen und Nöte  werden nicht ausgelassen.  Aus dem Inhaltsverzeichnis:

Das Buch ist richtig spannend geschrieben und jetzt verstehe ich manche Zusammenhänge besser:
Beginnend vom Münstertal aus hat man  den damaligen Urwald besiedelt,  man hat zunächst Kloster gegründet und neben dem Wald vor allem die Bodenschätze ausgebeutet.   Danach kam eine Welle von Glashütten,  die von Ort zu Ort zogen, bis in deren Umkreis kein Baum mehr wuchs.  Mit den Glashütten kamen die Glasträger und der Kontakt und Austausch mit der restlichen Welt  begann.   Im 18. Jahrhundert gab es dann eine Blütezeit der Schwarzwälder Uhrenbauer,  gefolgt von der Krisenzeit  zu Beginn des 19. Jahrhunderts.   Danach  wurde der Schwarzwald als Urlaubsgebiet entdeckt, der Schwarzwaldverein entstand, die romantische Seite des Schwarzwaldes wurde entdeckt, Luftkurorte entstanden.
Gleichzeitig dh. mit dem Bau der Gerwig-Uhrmacherschule in Furtwangen begann eine Phase der Industrialisierung und der Feinwerktechnik im Schwarzwald . Deren Niedergang wurde mit der Quarzuhr aus Fernost eingeläutet,  auch der Tourismus  ging Ende der 1970er Jahre stark zurück, der Schwarzwald war nur noch was für alte Leute - out.
Inzwischen ist der Schwarzwald wieder in ,   Aktivurlaub, Wandern, Skifahren und Wellness sind angesagt.
Der Schwarzwald musste sich, wie viele andere auch, immer wieder neu erfinden,  nur dass  die Gegend vermutlich noch etwas unwirtlicher ist..   Die Schwarzwälder sind Tüftler, hat jemand in einem Filmbeitrag gesagt - aus der Not heraus .. dazu passt   "Not macht erfinderisch"  Ein Jahrtausend Arbeit im Schwarzwald -  ein weiteres hochinteressantes und sehr schön gemachtes Buch aus dem Silberburg-Verlag, das steht ganz vorne auf meinem Bücherregal :)
Nachtrag  vom 10.3.2013 :
Diese heutige  Folge erzählte ua.  auch über den "Heimatsinn" Laden in Menzenschwand, der regionale Produkte rund um den Schluchsee verkauft, man sah auch den Laden der Blattert-Mühle in Wellendingen - die beste Mühle im Umkreis !

2013-Mar-10 14:23


Samuel Pletscher 1879 - 1

Nachdem ich den Nachdruck des Samuel Pletscher Buches "Der Kurort Bad Boll "  von 1879 nun für 9,90€ bei Amazon erstanden und gelesen habe,  in loser Folge ein paar  Zitate daraus.
Neu für mich war  der Bericht über den  Oberen Wasserfall von Bad Boll ,  er wird genau unterschieden zum  noch existierende unteren Wasserfall,  dem Tannegger Wasserfall.  Seite 33ff :
.. der wird bald auch seine Schritte der schattigen Waldschlucht zulenken, die den Wasserfall, nur einige hundert Schritte weit vom Kurhaus entfernt, in ihrer stillen Thalecke birgt.  Ein zierlicher Weg führt vom Kurhaus, etwas weniges ansteigend, dem vorbei rauschenden Bächlein entlang und dem waldigen Thalwinkel zu, wo der Wasserfall, sanft brausend, niedergeht. Alte bemooste Tannen und andre Waldbäume umgeben malerisch den Felsenschooß, in welchem der Sturzbach stäubend niedersprüht. Mehrere Wege führen im Zickzack auf beiden Seiten der steilen Thalwände in die Höhe und bieten Gelegenheit, den pitoresken Anblick des stürzenden Wassers von verschiedenen Seiten und Standpunkten aus zu genießen .... Der vom Dorf Boll herabrinnende Mühlbach stürzt  hier in zwei ungleich hohen Absätzen, von denen der obere der höhere ist, etwa 50 bis 60 Meter tief über die steil und fast senkrecht abbrechende Kalkfelswand herab. Das Wasser scheint einen bedeutenden Kalkgehalt zu besitzen, denn ein mächtiger Ansatz von Kalktuff hat nach und nach die Form eines versteinerten Wasserfalls angenommen, der nun den Kern des wirklichen Wasserfalles bildet ... Bei Mondschein aber erscheint er in geheimnisvolen Zauber und bei bengalischer Beleuchtung, welche hie und da veranstaltet zu werden pflegt, erscheint der Waserfall wie ein Bild aus einem Feenmärchen.

Der Tannegger Wasserfall ist heute noch wunderschön, aber noch schöner muss der Wasserfall direkt bei Bad Boll gewesen sein.  Wo der wohl genau war?  Vom Parkplatz in Boll, an der Kläranlage vorbei geht heute ein Bach runter,   war an seinem Ende dieser 60m hohe Wasserfall ?  Ist er noch irgendwo versteckt ? Wer kann helfen, wer  weiß genaueres darüber. Gerne per email an   info@obeabe.de oder am besten gleich  hier auf Kommentar klicken :

2012-Oct-15 11:48


Samuel Pletscher - Der Kurort Bad Boll im obern Wutachthal

Der Kurort Bad Boll im oberen Wutachthal von 1879 - das Buch suche ich schon jahrelang, eine echte Rarität. Einmal hätte ich es fast gehabt, bei Ebay, aber bei 150€ bin ich dann ausgestiegen - gut dass ich es nicht bekommen haben, denn jetzt kann man es offiziell wieder kaufen, für 9,90€ bei Amazon - als Nachdruck der Schweizer Nationalbibliothek - einfach klasse ! Mehr davon demnächst.

2012-Sep-29 18:41


Springkraut in der Wutachschlucht

Vor ein paar Tagen sind wir vom Oberhaldenparkplatz runter zur Ditfurtbrücke spaziert,  das sind langsam gelaufen etwas 15  Minuten. Kurz vor der Brücke kann man zur Wutach runter ans Wasser.
Auf dem Weg lagen viele mit Stumpf und Stiel ausgerissene Pflanzen  Indisches Springkraut .  Während alles unter Naturschutz ist, darf man das ungestraft tun,  das wird sogar so organisiert.  Angeblich vedrängt diese wunderschöne Pflanze die einheimischen Gewächse - und das Ausreissen soll da helfen - Ich glaube das nicht.
Buch von Dr. Wolf-Dieter Storl, Zitat aus:  Wandernde Pflanzen
Neophyten stellen für viele Menschen, die sich als Naturfreunde betrachten, ein Problem dar. Die neuen Pflanzen, wie etwa der Riesenbärenklau, die Kanadische Goldrute oder das Indische Springkraut, überwuchern weite Flächen und verdrängen die einheimische Vegetation. Andere gelten als gesundheitsschädigend, wie etwa die Ambrosia, die angeblich Heuschnupfen verursacht.
Dieses Buch hinterfragt diese Pauschalurteile. In Wirklichkeit hat noch kein einziger Neophyt eine einheimische Pflanze zum Erlöschen gebracht, und Heuschnupfen hat andere Ursachen als der Pollen der Ambrosia. Neophyten sind eine Bereicherung unserer Flora, sie sind Teil der allmählichen Wiederbesiedlung unseres Erdteils, nachdem die Eiszeit die hiesige Vegetation praktisch ausgelöscht hatte.

Das Indische Springkraut kann man auch verwerten,  aus den Kernen soll man eine leckere Pesto machen können. Es duftet wunderbar süsslich und sieht traumhaft aus - kann so eine Pflanze wirklich schaden ?

2012-Aug-13 19:38


Winfried Möhr in der Galerie Hanemann

Hier mal ein paar Bilder mehr als sonst, weil es so schön war.
Am Samstag den 29.April war die  Vernissage der Ausstellung,  mit Gemälden des Bonndorfer Künstlers, Winfried Möhr und Skulpturen von Michael Jaks.
Allein die Anfahrt von Bonndorf, über den Feldberg,  durchs blühende Wiesental versetzte uns schon in gute Stimmung.
Dann das  Künstlerdorf Ötlingen www.art-dorf.de ,  herrlich gelegen  und  mit einer Vielzahl an Kreativen Bewohnern  - überall stehen und hängen Kunstwerke.  Es gibt auch ein neues Buch über die Künstler im  Dorf.
Schließlich die Galerie Hanemann  www.kunstdruckwerkstatt.de .  Gerhard Hanemann und Frau haben  ein altes Bauernhaus wunderschön renoviert und es auf 3 Stockwerken zur Galerie ausgebaut.  Im Erdgeschoß gibt es auch ein größere Werkstatt mit alter Druckerpresse für alle Arten von Drucken,  gemalt wird   in allen möglichen Techniken von Acryl bis Airbrush.
Winfried Möhrs Bilder zusammen mit den Skulpturen von Michael Jaks wurden hier -  für mich zum ersten Mal - in einem wunderschönen Ambiente präsentiert.   Die Bilder kommen dabei richtig gut zur Geltung und man sieht,  sie sind einfach klasse!
Zur ersten Ausstellung in dieser Galerie  kamen sehr viele  Besucher, es müssen weit über 100 gewesen sein, viele auch aus der nahen Schweiz.   Nach  Liedern der Sopranistin Iris Benesch eröffnete  Tonio Pallack die Ausstellung mit einer feierlichen Ansprache, über den Werdegang der beiden Künstler und ihre Werke.
Allen, die sich auch  für Kunst begeistern können, empfehle ich einen Besuch in der Galerie Haneman im Dorf  Ötlingen - die Fahrt lohnt sich .

2012-May-01 19:36


Die Reichsherrschaft Bonndorf - Teil 1

Eigentlich war ich auf der Suche nach Informationen über  den Flecken Oberhalden bei Boll,  dem heutigen  Park-  Spiel- und Grillplatz zwischen Boll und Schattenmühle.  Dabei bin ich auf ein  über 200 seitiges altes Geschichtsbuch über den Amtsbezirk Bonndorf gestossen , das von  Gerhard Boll aus Waldshut abgeschrieben und online gestellt wurde, Quelle siehe unten.  Das Buch ist von 1861 und ist damit über 150  Jahre alt.
Der Amts-Bezirk
oder
die ehemalige sanktblasische
REICHSHERRSCHAFT BONDORF.

Geschichtliche Beschreibung
von Albert Kürzel,
Pfarrer in Gündelwangen.
Freiburg im Breisgau
Commissionsverlag von Fr. Xav. Wangler in Freiburg.
1861

Das Vorwort hieraus lautet wie folgt :
Vorrede.
Diese geschichtliche Beschreibung des Amtsbezirks Bondorf ist das reine Ergebniß einer Privatbeschäftigung, die niemals dazu bestimmt war, an das Tageslicht zu treten; allein durch die nothwendige Umfrage und durch Forschen nach geschichtlichen Urkunden konnte sie nicht lange verborgen bleiben und knüpfte sich manches Jnteresse und manche Erwartung daran. So sehr es in der Absicht lag, denselben gerecht zu werden, so weiß es dennoch niemand besser, was ermangelt, als der Verfasser selbst, sowie auch keiner mehr die Erfahrung gemacht hat, was es heißt, an einsamem Orte, fern von literarischen Hilfsmitteln, eine Geschichte zu schreiben.
Was den Zweck der Arbeit betrifft, so sollte sie eine möglichst genaue und umfassende Geschichte des Amtsbezirks im Allgemeinen und eines jeden Ortes im Besondern sein, wodurch es einem Jeden gegönnt wird, einen Blick in die Vergangenheit seines Wohnortes zu werfen und darnach die allmählige Entwicklung der gegenwärtigen insbesondere politischen Zustände zu ermessen.
Wenn der Kirche und den kirchlichen Gebäuden eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde, so geschah es eines Theils darum, weil sich darin am meisten Stoff darbot, ohne welchen es keine Dorfgeschichte gegeben hätte, andern Theils, weil dieses für den Ortsbewohner von größerem Jnteresse ist.
Manchem Leser dürfte die Art der Darstellung auffallen, die sich von
gewöhnlicher Geschichtsschreibung unterscheidet. Jch habe die Regestenform gewählt, zum Theil durch Mangel an Urkunden genöthigt, wodurch der geschichtliche Faden bisweilen unterbrochen wurde, zum Theil glaubte ich dadurch eine größere Deutlichkeit und Vollständigkeit zu erzielen, sowie Gelegenheit zu weiterer Forschung darzubieten. Es gibt wohl keinen andern Amtsbezirk, der eine solche geschichtliche Begrenzung hat, als Bondorf, wodurch die Erinnerung an die frühern Zustande treu bewahrt wird, welches auch die Veranlassung war, die Beschreibung darnach einzurichten und sie in diesen geschichtlichen Rahmen einzukleiden.
Hiemit statte ich dem Herrn Archivrath Dr. Bader meinen verbindlichsten Dank ab, dessen gediegene geschichtliche Abhandlungen ich nicht allein treu benützt habe, sondern auch in meiner Arbeit von ihm selbst auf’s Freundlichste unterstützt wurde. Anbei bemerke ich, daß mir jede Berichtigung im Jnteresse der Geschichte nur willkommen sein kann.
Gündelwangen im Mai 1861.
Der Verfasser

Aus der Abschrift von Gerhard Boll :
KÜRZEL, ALBERT: Pfarrer und Buchautor; * 15. November 1811 in Freiburg im Breisgau; † 27. Mai 1884 in Ettenheimmünster (Kloster); wurde am 9. September 1837 zum Priester geweiht. Er war zunächst Vikar in Bettmaringen, ab 1847 Pfarrer in Eschach und von 1851 bis 1865 in Gündelwangen. Er beschäftigte sich mit heimatlicher Geschichtsforschung und war bekannt mit Joseph Bader. Zahlreiche Schriften entstanden vor allem in seinen letzten Jahren in Ettenheimmünster.

Dieser Fund hat mich richtig begeistert, wie ich im nachhinein gesehen habe ist es auch auf der Wikipedia Seite von Bonndorf aufgeführt. Ich habe vor es gründlich zu lesen und die interessantesten Teiler in ObeAbe.de bekannt zu machen.
Quelle und Buch in pdf-Format : Reichsherrschaft Bonndorf

2012-Feb-26 18:45


Jahrbuch Landkreis Waldshut 2012



Hauptthema im neuen  Jahrbuch 2012 des Landkreis Waldshut ist  Bonndorf und Wutach.


Gerade richtig  zum Schmökern in diesen trüben Wintertagen und eine schöne Geschenkidee   "Heimat am Hochrhein Band XXXVII"  ISBN 978-3-86142-538-0 ,  in Bonndorf erhältlich bei  Spachholz .
Bonndorf heute - für ein großes Foto auf das Bild klicken:

2012-Jan-08 14:42


Es ist nicht weit zur Ewigkeit ...



Die Ortsgruppe Bonndorf des Schwarzwaldvereins hat sich wieder mal richtig viel Arbeit gemacht und alle Kleindenkmale  in Bonndorf,  Wutach und Umgebung katalogisiert .
Im Buch werden alle Wegkreuze,  Brunnen,  Kapellen und sonstigen Denkmale beschrieben.
Klasse dabei ist,  dass die Sammlung von Bildern,  Daten und Beschreibungen auch als Buch veröffentlicht wurde.   Ich habs diese Woche für 7,50€  bei Spachholz gekauft ,  wenig Geld für ein so schönes Buch -  das kann ich nur empfehlen  .
Die ersten zwei Teile über Boll und Bonndorf hab ich gleich in einem Rutsch durchgelesen ,  richtig spannend .
Der Titel bezieht sich auf ein Kreuz bei Boll :
Zur frommen Erinnerung an die Geschwister Stefania,  Eugen, Wilhelm und Elisabeth Schneider von Boll,  durch Blitzschlag getötet am 20. Juli.1921 .
Es ist nicht weit zur Ewigkeit, um 2 Uhr gingen wir fort,  um 5 Uhr waren wir dort.

2011-Jun-26 20:06


Arno Geiger in Bonndorf



Zwei Tage nachdem ich den Blog-Eintrag "Alzheimer - Carpe Diem" geschrieben hatte las ich vom Besuch von Arno Geiger in Bonndorf  - was für ein Zufall .  Da mussten meine Frau und ich unbedingt hin , es war nicht einfach noch Karten zu bekommen,  denn das Bonndorfer Schloß ist das Kulturzentrum für den ganzen Landkreises Waldshut  und die Veranstaltung war  ausverkauft.
Am Freitag den 20.Mai.2011 von 20:00 bis etwa  21:30  gab es im Festsaal im Bonndorfer Schloß  ein Gespräch mit Arno Geiger und er las  zwei längere Ausschnitte aus seinem Buch " Der alte König in seinem Exil"  vor.  Eine öffentliche Diskussion über das Buch wurde nicht gewünscht - was ich auch verstehen kann.
Wir sind sehr froh bei dieser Veranstaltung gewesen zu sein.  Wer das Buch kennt weiß, dass es autobiographisch und damit sehr persönlich ist .  Arno Geiger hat uns sehr beeindruckt,  so wie man ihn über sein Buch kennen lernt,  so war er auch - er erschien uns authentisch,  echt,  sehr sprachbegabt,  sehr ruhig aber bestimmt.
Hier ein kleiner Ausschnitt meiner Tonaufzeichnungen davon :   Arno Geiger in Bonndorf
Das Buch "Der alte König in seinem Exil" kann ich  jedem empfehlen der in irgendeiner Form   mit Alzheimer zu tun hat.

2011-May-22 20:17


Bonndorfer Schwimmbad 1942

Hier das  Bild noch etwas größer  Schwimmbad_1942_1024
An  Familie Hermann Eger,   Berlin O. 112 ,  Boschagener Strasse 44
Bonndorf i. Schwarzwald  11.7.1942

Meine Lieben Eltern !
Es gefällt mir hier gut . Das Essen ist hier reichlich. Der Wald ist ganz wunderbar. Wir finden hier Blaubeeren u. Erdbeeren in Mengen .  Auch zum Sonnenbaden haben wir Gelegenheit .  Mein Auge ist .. schon fast gesund. Frau Biller tröpfelte zwar ...   jeden Tag ..
Alles Gute und herzliche Grüße  Eure  Herta

Wer das Bonndorf Schwimmbad heute kennt ist von diesem Foto bestimmt genauso begeistert wie ich .
Erstmal unterhalb des Schwimmbades ist überhaupt nicht zu sehen .   Heute ist das ringsum total verbaut !
Dann sieht man unterhalb des Schwimmbads  ein Reck ,  ein Pferd und die Turnerriege - es ist wohl Sonntag und man ist am Trainieren .
Auch die Mode von damals ist sehr interessant.  Hier nochmal ein paar Ausschnitte davon :

Die Postkarte  ist eine Fotopostkarte von "Spachholz&Erhardt Buchdruckerei Bonndorf"

2011-Jan-15 18:49


Weihnachten 2010

Anfang letzter Woche ist es plötzlich warm geworden und es hat geregnet,  der meiste Schnee ist erstmal geschmolzen.  Dann pünktlich zu Heiligabend ist es sehr kalt geworden und es hat wieder ziemlich geschneit .   Heute früh war der kälteste Morgen diesen Winter mit unter  -13°C  an unserem Haus.  Seit Weihnachten haben wir nun eine geschlossene Schneedecke auf den Straßen.
Heute am 2.Weihnachtsfeiertag,  am Stephanstag ist herrlicher Sonnenschein . Die Bilder sind von heute früh morgens,  vom Rundweg zwischen Friedhof und Bahnbrücke, am Schneckenbuck und Galgenbuck vorbei.  Der Rundweg ist der schönste Höhenweg bei Bonndorf ,  auf der einen Seite sieht man Richtung Saig und den Feldberg , auf der anderen Seite gibt es eine herrliche Alpensicht. Der Weg ist sehr beliebt ,  an Tagen wie heute gibt es da eine richtige Völkerwanderung.
Weihnachten wie aus dem Bilderbuch - einfach herrlich.

2010-Dec-26 16:22


Reise im Jahre 1910 (8) - Nachwort

Die wunderschöne Reisebeschreibung rund um Bad Boll und die Wutachschlucht  aus dem Jahre 1910 wurde von  I. A. R.  Wylie geschrieben .  Es ist ein kleiner Teil des Buches  "Rambles in the Black Forest"  und  die schönste und älteste Erzählung über einen  Bad Boll Besuch ,  die ich bisher gefunden  .
Ich war so begeistert von der Geschichte und der schöne Sprache,  dass ich sie sofort   in deutsch übersetzt musste.   Soviel ich weiß  gibt es keine offizielle deutsche Version.
Ida Alexa Ross Wylie wurde  am  16.März.1885  in  Melbourne Australien geboren und war zur Zeit ihrer Reise im Jahre 1910 gerade 25  Jahre alt .   Ab 1917 lebte sie in den USA und  war über 30 Jahre lang eine sehr bekannte Schriftstellerin . Mehrere ihrer Bücher wurden in Hollywood ua. mit Katharine Hepburn verfilmt .

Wie es zu dem Fund kam :
Über die amerikanische google-Seite  kommt  man auf google -  Books .   Dort habe ich  nach Bad Boll und Wutachschlucht gesucht .  Wenn man  über  "advanced book search"  die Ergebnisse  auf  "full text" only auswählt findet  man viele Bücher , bei denen inzwischen das Copyright in den USA abgelaufen ist , und die man komplett als Text runterladen kann .
Zuerst habe ich diese Texte so durchgelesen ,  aber dann musste ich das Originalbuch unbedingt haben.  Viel Geld wollte ich allerdings auch nicht ausgeben ,  da bin ich auf folgende Seite gestossen :
www.ZVAB.com
Eine tolle Seite  dh.  eine Vereinigung der Bücher-Archivare . Dort habe ich ein Suchassistenten eingerichtet und innerhalb kurzer Zeit hatte ich das Original "Rambles in the Black Forest"  .  Inzwischen bin ich ein kleiner Wylie-Fan und habe über dieselbe Quelle  ihre Biographie "My Life with George"  dort für 8$  ( 14€ mit Versand) als Originalausgabe von 1940 direkt aus den USA bekommen . Aus dem Buch stammen auch  die Bilder, von Fräulein Wylie habe ich bisher sonst noch keine Bilder im Internet entdecken können.
In späteren Beiträgen möchte ich noch über  einige andere dh.  ältere  Bücherfunde  von Bad Boll und der Wutachschlucht berichten .

2010-Dec-11 16:14


Reise im Jahre 1910 (4) - Zum Einkaufen nach Bonndorf

TEIL4 Zum Einkaufen von Bad Boll nach Bonndorf
Der Pfad hatte sein Versprechen erfüllt, aber Ach !
Die Saison war noch jung, der Weg noch nicht betreten, das Gras war lang, und der Regen, wie so üblich, jüngeren Datums. Daher waren wir in einem durchnässten, etwas unbequemen Zustand, als wir uns auf die Straße zurückfanden, und an diesem Zwischenfall hängt die Moral: Nimm dir , Wanderer, so viele Paar wasserdichte Schuhe mit, wie deine Geldbörse bezahlen kann und dein Gepäck erlaubt !
Gut zurecht, wie die Schwarzwaldwege normalerweise sind, gibt es Gegenden wo man festes Schuhwerk braucht, vor allem in den weniger bereisten Gegenden, die wir gerade erkundeten und zusätzlich zu diesem, als unser Angebot an Gottes Wetterkapriolen, wage ich zu einem Mantel aus dem bekannten Material "Loden" zu raten.
Letzteres ist leicht, warm und wasserdicht, und trägt sehr zum allgemeinen Wohlbefinden bei, was wir nach drei bis vier Regengüssen feststellten, mit gleich vielen unangenehmen Erfahrungen mit gewöhnlichen Regenmänteln.
Jedenfalls sagte uns der Zustand unserer Schuhabteilung, dass normales Laufmaterial von geringem Nutzen für unsere Anforderungen war, und am gleichen Tag folgten wir dem Rat unserer freundlichen Gastgeberin und machten uns auf den Weg in Richtung Bonndorf, der einzig mögliche Einkaufsort in der Gegend.
Die Zeit war jedoch nicht verschwendet, weil der Pfad, der links von der normalen Straße hoch führt, ist angenehm beschattet von Tannen und Weißbuchen und erlaubt dem Wanderer da und dort einen Blick in hohe Schluchten, überwuchert mit Moos und wilden Sträuchern, welche sich scheinbar durch ihre bloße Willenskraft an den Felsen klammerten, wo sie ihre Wurzeln haben weiß niemand.
Zur rechten des Weges halb versteckt durch Bäume, entdeckten wir die Ruine Burg Boll. Nur ein paar Mauern blieben von dem was eins die Heimatverteidigung der Ritter der "Belle" war.
Das Geschlecht scheint im 14.Jahrhundert ausgestorben zu sein und fiel in die Hand ihrer Nachbarn vom Schloss Tannegg, aber wodurch die Burg zerstört wurde weiß keiner. Die beste Erklärung ist wahrscheinlich der Zusammenbruch des Felsens auf dem sie gebaut war.

Ruine Boll von hinten

Ein paar Gehminuten brachten uns zum Dorf Boll, ein stilles kleines Nest, welches, wenn man das aus den Inschriften des Friedhofes beurteilen kann, seit Generationen in der Hand von drei oder vier Familien ist. Quer durch das Dorf und über die Kuppe eines Hügels führte der Weg und wieder sah es so aus als ob wir den Schwarzwald hinter uns gelassen hätten und einmal mehr in der Hegau-Region wären.Vor uns rollte eine schier endlose Fläche von Bodenwellen nach Süden, hier und da durchbrochen von einer Waldfläche.
Nur wenn wir uns umdrehten und die Straße, die wir gekommen waren, zurück blickten, glaubten wir im Wald zu sein.Unter uns erstreckte sich das Tal bis zum grauen Horizont, ein scheinbar schwarzer, ungebrochener Schatten, und doch kannten wir sie gut genug, die unzähligen Täler, Flüsse Berge und Schluchten, die sich in der scheinbaren Monotonie versteckten, und fühlten zum ersten Mal die Ehrfurcht, die der Schwarzwald einflößen kann.
Er schien uns in der Tat in diesem Moment sehr schwarz, die Behausung seltsamer Geister und wilder Tiere, ein Ort dunkler Wunder und Geheimnissen, und vermutlich wären wir noch dagestanden und hätte uns in eine durch und durch gruseligen Zustand geträumt, hätten die Stiefel uns nicht an unsere Pflicht erinnert. Zehn Minuten Lauf über die Kuppe brachte uns nach Bonndorf selbst.
Nach ein paar Erkundigungen entdeckten wir das Geschäft, das wir suchten, und mitten zwischen Kandiszucker, farbigen Tüchern, Würstchen und Käse gelang es das benötigte zu bekommen. Ich möchte das nur erwähnen, falls dieser Service in Betracht gezogen wird, die Stiefel waren und sind die besten, die ich je gekauft habe. Sie kosteten 9 Mark , sind unzerstörbar, bequem, wasserdicht und scheußlich .
Aber die letzte Eigenschaft kann leicht verziehen werden im Schwarzwald, wo modische Kleidung fast schon ein Verstoß gegen den guten Geschmack ist. Nachdem wir eine Tasse Kaffee im Gasthaus Post getrunken hatten verließen wir Bonndorf, ließen sein bäuerliches Wesen hinter uns und machten uns auf den Heimweg.
Original von der australischen Schriftstellerin Ida Alexa Ross Wylie "Rambles in the Black Forest" geschrieben 1910 , von mir aus dem englischen übersetzt Die restlichen 3 Teile demnächst .

2010-Dec-02 20:19


Reise im Jahre 1910 (1) - Fahrt nach Bad Boll



Teil1  : Fahrt von Singen über Bonndorf nach Bad Boll
Am nächsten Morgen sollten wir mit dem Automobil in Boll ankommen.
Dieser Vorschlag unseres hilfsbereiten Gastgebers beunruhigte uns etwas.
Wir waren einfache Wanderer, mit einfachem Geschmack und bei der Vorstellung von Mercedes Automobilen mit hochmütigen Chauffeuren, schwebten mächtigen Kosten vor unserem geistigen Auge.
Wir wagten es zu fragen, aber als wir hörten, dass die Kosten für die 4 Stundenfahrt, mit allem inklusive, nur bescheidenen 30 Mark kosten sollte, wurden unsere Ängste eher noch größer .
Wir glaubten etwas missverstanden zu haben oder dass an dem Geschäft etwas faul sein müsste und warteten gespannt.
Und bald darauf, als wir auf der Hoteltreppe stehend auf den Mercedes warteten, unterbrach ein großer Tumult die friedliche Morgenstille, ein schriller Ton eines Signalhorns, dann der Ruf einer Trompete, als ob die Ankunft des rettenden Lohengrins angekündigt würde, dann ein furchtbares Rattern und Ketten-Rasseln und unser Mercedes schnaubte um die Ecke.
Wir verstanden und es muss zugeben werden, dass sich das Wesen unserer Ängste änderte.
Sollten wir unser Ziel jemals lebend erreichen? Aber es war zu spät für Bedenken.
Der Mercedes stand da und wartete auf uns und auf die ganze Welt, wie eine lebende Pillen-Box, rot im Gesicht und an jeder Schraube ungeduldig rüttelnd, der Besitzer und Chauffeur, ein sehr eleganter Mann und der tollste Chauffeur, den ich je gesehen habe, unternehmerisch überwachte er etwas hochmütig die schwere Aufgabe unsere schmale Kiste auf den winzigen Sitz neben sich zu verstauen und eine Herde von feierlichen Bengel hatte sich versammelt , um die Abfahrt des Motorwagens zu sehen.
Es war nichts zu machen. Unser Schicksal war besiegelt und wir konnten nicht umhin uns der Vorsehung anzuvertrauen. Unser Vorwärtskommen durch Singen war triumphal. Da keine Hügel zu bewältigen waren, schnurrte unser kleines Auto mit großer Geschwindigkeit dahin, womöglich mit 22 Kilometer pro Stunde und das laute Tuten unseres Horns, welches 10 Töne im Register hatte, erreichte fast Wagner-Motive und brachte die halbe Stadt zum Staunen und Bewundern.
Dann als wir Singen hinter uns gelassen hatten, und das bewundernde Publikum verschwunden war, sank unsere Geschwindigkeit ziemlich. Das Horn hört auf zu Beunruhigen und das Auto nahm für seine Aufgabe seine ganzen 8 Pferdestärken  zusammen.
Das Land vor uns stieg stetig an, so dass wir die ganze Zeit im zweiten Gang fuhren, außer wenn wir friedliche Dörfer passierten, welche hier und da die Monotonie unserer Straße durchbrachen.
Nur die Fröhlichkeit und das Vertrauen unseres Chauffeurs bewahrte uns vor der Verzweiflung, und es muss zugegeben werden, er wusste genau jedes Atom seines Besitzes zu nutzen .
Er verstand es, ihn den steilsten Anstieg hinauf zu locken , und als wir zuletzt den höchsten Punkt unseres Aufstiegs erreicht hatten, drehte er sich um und lächelte uns mit unverhohlenem Triumph an "Geht gut, nicht wahr? "
"Ach, aber nächstes Jahr werde ich eines mit 20 Pferdestärken haben und dann werden sie sehen !
Wir zeigten soviel Bewunderung, dass seine anfängliche Zurückhaltung schmolz und er sich herab ließ und uns die Schönheit unserer Umgebung zeigte .Wir hatten das nördliche Ende des Hohen Randen erklommen.
Hinter uns lag der Hegau mit seinen abgerundeten dünn bewaldeten Hügeln; zur Linken der Hohe Kanden ; Zur Rechten, in weiter Ferne, ein dunkler Umriss von Wald, und unter uns das Tal der Wutach.
Von dort, wo unser Auto zitternd und keuchend wie ein müdes Pferd stand, sah die Straße aus wie ein gewundenes Band, und das Tal eine enge felsige Spalte, überschattet von groben Baumwuchs.
Da lag in der Tat, etwas gefährliches in unserem Abstieg, schnell und kurvig wie er war, aber die Bremsen hielten gut, und wir spürten, als wir in den Schatten, unter die große Brücke der Schwarzwald-Eisenbahn fegten, das wir nun wirklich in unser gelobtes Land kamen.
Von da an lag unsere Straße in einem wild romantischen Tal, dessen Bekanntschaft wir nochmal wiederholen wollten ; vorbei an den Dörfern Blumegg und Weizen arbeitete unser Motor die ganze Zeit mit ungewohnter Leichtigkeit und Energie. Aber die Stunde seiner Bewährung sollte noch kommen ; wieder einmal kam ein großer Anstieg des Geländes, die bewaldeten Schluchten lagen hinter uns und wir näherte uns langsam aber stetig dem Dorf Bonndorf.
Vielleicht Dank seiner besonderen Lage hat das Dorf einen vergleichsweise alten Ursprung ; einst der Sitz eines längst ausgestorbenen Adels, ging es in den Besitz von St.Blasien über und hat wenig Geschichte von Interesse aufzuweisen. Eine Glocke in Bonndorfs Stadtwappen erinnert an die Legende von einem gewissen Fräulein von Tannegg, sie verirrte sich in einer stürmischen Winternacht und wurde nur durch das Läuten der Gebetsglocke des Paulinerklosters gerettet.
Aber weil Kloster, Stadt und Glocke allesamt durch Feuer zerstört wurden, welche Bonndorf unglücklicherweise anheim fiel, gibt es keine Beweis mehr für die Legende. Das Dorf bietet dem Reisenden heute wenig interessantes und wir passierten es auf dem Weg zu unserem endgültigen Ziel. Mit Bonndorf schienen wir die letzte Spuren der unbewaldeten Flächen des Hegaus zu verlassen und wir betraten eine neue Welt.
Eine schmale Straße, direkt in das Herz des Waldes geschnitten, führte mit einer bedrohlichen Steilheit abwärts, welche sogar unseren Chauffeur zum bedenklichen Kopfschütteln brachte .
Er zweifelte umso mehr , da der Bezirk neu für ihn war, und er konnte kaum glauben, dass in all dieser Einsamkeit eine menschliche Behausung zu finden sein sollte.
In der Ferne hörten wir das dumpfe Dröhnen eines angeschwollenen Flusses, und dann mit einer Plötzlichkeit an die man sich im Schwarzwald allmählich gewöhnt, endete die Straße . Eine angenehm aussehendes, weiß gewaschenes Haus, über dessen einladendes Gesicht in großen Buchstaben “BAD BOLL” geschrieben stand, sagte uns, dass unsere Tagesreise zu Ende war.
Ein wunderschöner Bericht über eine Reise nach Bad Boll im Jahre 1910 von der damals 25 Jahre alten Schriftstellerin I. A. R. Wylie - von mir aus dem englischen übersetzt , mehr zum Fund nach dem letzten Teil . Die restlichen 6 Teile demnächst hier.

2010-Nov-24 07:12


Bad Boll Wutachschlucht

Beim Durchschauen meiner kleinen Sammlung ist mir diese Postkarte von Bad Boll aufgefallen.  Das Format ist etwa 14 cm x 9 cm .  Früher hätte  man die eingescannt ,  jetzt geht's einfacher mit der Digitalkamera.  Da kann man mit dem kostenlosen Fotobearbeitungs-Programm paint.net  richtig viel machen  zB.  solche Vergößerungen  :

Das untere Bild ist ganz interessant ,  in der  linken oberen Ecke sieht man einen Springbrunnen .
Links unten im Bild unterhalb der Buchstaben "wa" sieht man noch  Turm und Dach der  Kapelle Bad-Boll.
Wer das Gelände heute kennt ,  kann sich jetzt vielleicht besser vorstellen wo die Geäude waren - und wie schön und groß Bad Boll einst war.

2010-Sep-13 20:24


Blick über die Wutachschlucht

Den schönsten Blick über die Wutachschlucht hat man von Göschweiler aus .
Kommt man von der Schattenmühle und fährt dem Berg hoch Richtung Reiselfingen, geht es am Ende der Steigung links nach Göschweiler. Am Ortsausgang von Göschweiler geht es rechts nach Löffingen , nach ein paar Metern , auf Höhe des Friedhofes geht wieder rechts eine Strasse ab "Am Öschle" , an deren Anfang man auch gut parken kann.
Dort kann man ganz bequem auf dem flachen Höhenweg Spazieren gehen , bei schönem Wetter hat man einen atemberaubenden Blick . Markante Punkte sind :

Dieses Video wurde gestern Sonntag früh gedreht, leider war es noch etwas herbstlich diesig, aber es lässt erahnen wie schön es dort ist - einfach mal selbst hinfahren und schauen !
Zum-YouTube-Video

2010-Sep-06 20:36


Kapelle Bad Boll











Diese Woche war dem Bonndorfer Blättle ein Flyer des neugegründeten "Freundeskreis Kapelle Bad Boll" beigelegt. Man möchte die Kapelle erhalten und sie wieder renovieren , es wird mit ca. 100'000€ gerechnet. Es gibt auch eine eigene Webseite dafür - mit dem Flyer zum Runterladen : www.kappelle-badboll.de
Da hab ich mal aus meinem eigenen Fotoarchiv ein paar Bilder rausgesucht - für mich ist das einer der magischen Orte in der Wutachschlucht . Er ist voller Energie , für mich ein Kraftort zu dem ich immer wieder mal hin muss - ein paar Minuten dort und man fühlt sich wie neugeboren.
Vor der Kapelle ist eine Quelle , wie das letzte Bild zeigt - ich vermute das ist die alte Heilquelle , die Bad Boll einst berühmt gemacht hat. Es wäre schön wenn die ursprüngliche Quelle wieder gefasst werden könnte ...
Die Idee des Freundeskreis ist einfach klasse - könnte man da nicht einfach eine Spendenbüchse aufstellen ? bei den zigtausend Wanderern müsste einiges zusammenkommen - ok die Büchse müsste man bestimmt einbetonieren ..
Bad Boll aus meiner Sicht :
In den siebziger Jahren bin ich mal mit ein paar Schulfreunden in der Wutachschlucht in Bad Boll gewesen, die Gebäude standen noch , allerdings waren einige Scheiben eingeschlagen, wir sind durch ein offenes Fenster eingestiegen, an einer Wand im Erdgeschoss ware ein wunderschönes riesiges Wandbild gemalt, ein Paradiesvogel in einer Traumlandschaft - hat wohl mal eine ehemalige Patientin gemalt . Überall lagen Papiere rum . In der Nähe der Brücke war ein Stromgeneratorhäuschen, ein eigenes E-Werk mit einem grossen alten Generator . Wie ich mit der Zeit herausgefunden habe, war es davor eine - zumindest kurzzeitig - sehr erfolgreiche Klinik für Drogensüchtige , der Arzt und Macher der Klinik muss gestorben sein . Manche der Bewohner konnte man damals beim Einkaufen in Bonndorf treffen, nette Leute. Bad Boll trotz des beginnenden Verfalls damals eine schöner, verwunschener Fleck .
Nachdem Bad Boll einige Zeit in Privatbesitz war , hat es das Land gekauft. Man hatte von 1 Million Mark gemunkel , eine weitere Million hat vermutlich der Abriss aller Gebäude gekostet ( Nachtrag : Laut BZ vom 2.9.2010 2 Millionen Gesamtkosten ) - das tut mir heut noch weh - schade, dass man für das gleiche Geld nicht den Flecken erhalten hat - Naturschutz kann manchmal so unerbittlich sein...
Auf dem ersten Bild zeigt eine alte Ansichtskarte Bad Boll wie schön es mal war, in der aktuellen brandneuen Festschrift des Schwarzwaldvereins zum 125 jährigen sieht man wie wunderschön zB. der Speisesaal mal war.
Einzig die Kapelle durfte man nicht abreissen - schliesslich war sie ja geweiht - und das ist gut so . Dem Freundeskreis wünsche ich viel Erfolg !
PS: Ich sammle schon eine Weile alles mögliche zur Wutachschlucht , einmal hätte ich fast das Buch von Samuel Pletscher "Der Kurort Bad Boll 1879" in Ebay ersteigert - leider nur fast . Über Hinweise, Tipps und Quellen wäre ich sehr dankbar . Ziel ist alles mal Online zu Nachlesen zu veröffentlichen .



2010-Aug-01 20:30


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